Kaito Kid’s schwierigster Coup
- ein Meisterdieb im Haus der Fallen -



Prolog:
Emiko lachte, als sie eine kleine Karte aus dem Briefkasten holte und diese las. „Was ist denn mit dir los?“ wollte Daiki wissen. Mit den Worten „Ach, Vater, das musst du dir mal durchlesen!“ gab sie ihm das Kärtchen.
Mit einer hochgezogenen Augenbraue sah er seine Tochter an: „Was soll denn das? Verstehst du das?“ „Nein. – Ich habe keine Ahnung, was das soll. – Es ist bestimmt ein blöder Witz. – Und wer nennt sich selbst schon >Kaito Kid<? – Von so jemanden habe ich noch nie gehört!“
In dem Moment kam gerade Daisuke von der Schule. „Was ist denn bei euch los?“ „Ach nichts, mein Schatz. – Übermorgen geht es also auf Klassenreise, ja?“ versuchte seine Mutter vom Thema abzulenken. „Äh… Ja.“ „Das ist schön!“ meinte sie mit einem Lächeln im Gesicht.
Daisuke’s Großvater nahm die Karte mit auf sein Zimmer, legte sie achtlos auf den Tisch und vergaß sie schon am nächsten Tag.

Die Abfahrt von Daisuke’s Klasse wurde von 3 Personen beobachtet, die sich hinter Büschen versteckten. – Als der Bus losfuhr, fuhren die drei Beobachter hinterher, um den Jungen nicht aus den Augen zu lassen.¹


Für den Tag darauf hatte Kaito seine Ankündigung geschickt.
Als es nun schon dunkel wurde, hieß es im Hause der Familie Niwa: >Auftritt für Kaito Kid!<

Er sah das Haus, in dem es stockfinster war, misstrauisch an. *Komisch… Ich hab die Ankündigung doch abgeschickt, oder?* fragte sich der junge Dieb, als er merkte, dass das Haus verlassen schien.
Alles war ruhig. *ZU ruhig, für meinen Geschmack* dachte sich Kid.

Leise ging Kaito durch die Tür hinein, wobei er fast in ein tiefes Loch fiel. – Kid konnte sich gerade noch an der Türschwelle festhalten.
Nachdem er sich mühsam hochgezogen hatte, befand er sich wieder draußen. *Wo kommt das verfluchte Loch her?* fragte er sich, während er mit einer Taschenlampe ins Haus blendete.
*Allzu groß scheint es nicht zu sein… Ich könnte springen…* waren seine Gedanken, als er am Rand des Loches stand und die Tür hinter sich nur anlehnte.
Ein gezielter Sprung und er war tatsächlich auf der anderen Seite angekommen.

Doch kaum hatte er die erste Falle überwunden, schon stellte sich ein neues Problem vor Kaito Kid:
Er bemerkte ein leichtes Summen. *Was ist denn jetzt los?*
Vorsichtig leuchtete er mit seiner Lampe in den Flur. *Laserstrahlen?!* Ihm traten ein paar Schweißtropfen auf die Stirn.
„Was ist das denn für ein Haus?“ fluchte er leise, als er sich einen Weg durch die Laserstrahlen bahnte.
Nach minutenlangen Verrenkungen schaffte er es schließlich den Lasern zu entgehen. – Allerdings büßte er dabei seinen Umhang ein, der von ein paar Laserstrahlen abgetrennt wurde.

Stöhnend lehnte er sich an der Wand an, um kurz zu verschnaufen. – Doch die Ruhepause hielt nicht lange an, denn er vernahm ein bedrohliches Knurren. – Kaum hatte er sich zu der Tür umgedreht, aus der das Geräusch kam, schon ging diese auf und eine Hundemeute stürzte auf ihn.
Kid nahm seine Beine in die Hand und rannte, so schnell er konnte, den Rest des Flures entlang. – Die erste Tür, die er sah, riss er auf und knallte sie schnell hinter sich zu.
*Was ist das nur für ein Irrenhaus?* fragte er sich, während er völlig abgehetzt die Tür zuhielt, damit die Hunde auf keinen Fall hinterherkamen.
Ein paar Sekunden später verstummten die Hunde. – Vorsichtig öffnete er die Tür und als er sah, dass die Hundemeute verschwunden war, seufzte er erleichtert: „Gerettet!“

Auf Zehenspitzen schlich er den restlichen Flur entlang, bis er die nächste Tür erreichte. *Was sich wohl hinter dieser Tür für Fallen befinden?* fragte er sich, noch bevor er den Türknauf berührte. – Doch diesmal lauerte die Falle nicht im Zimmer, sondern davor!
Kaito standen die Haare zu Berge, als er den Knauf berührte, der unter Strom stand. Ein lautes „YIKS!“ kam aus seiner Kehle, als er den Stromschlag spürte.
Dadurch lag er erst einmal mehrere Minuten am Boden.
Doch er rappelte sich (wenn auch langsam) wieder auf und fluchte leise: „Was sind denn das für Leute, die solche Fallen im Haus haben? – Die sind doch nicht mehr normal!“

Also ging er weiter den Flur entlang, bis er die Treppe zur nächsten Etage fand. *Ob diese Treppe auch eine Falle ist?* fragte er sich und begann am Geländer zu wackeln. *Das scheint wenigstens zu halten. Mal schauen, ob die Stufen auch okay sind…*
Er stampfte also einmal fest mit dem Fuß auf der untersten Stufe auf. – Diese hielt.
Auf diese Weise wurde die nächste Stufe ebenso überprüft. – Auch diese blieb unverändert. – Also ging er vorsichtig die Stufen hoch, wobei er sich am Geländer festhielt.
Doch als sich Kid in der Mitte der Treppe befand, klickte es plötzlich und die Stufen verwandelten sich in eine Rutsche. – Auch das Geländer ging plötzlich auseinander, sodass sich Kaito daran auch nicht mehr festhalten konnte.
„Scheiiiiiße“ schrie Kid, während er immer schneller immer tiefer rutschte. – Dass die Treppe in einem tiefen Loch endete, machte die Sache für den Dieb auch nicht gerade leichter. – Er schlidderte genau hinein.
Doch er konnte sich gerade noch so mit den Armen an den Wänden des Loches festhalten, sodass er jetzt allerdings mit ausgebreiteten Armen, völlig unbeweglich, im Loch hing.
Mit Verzweiflungstränen in den Augen fluchte er: „So was gehört verboten! – Wo ist eigentlich die Polizei, wenn man sie mal braucht?! – Das ist doch mit Sicherheit illegal! – Verdammt! – Ich will nicht mehr!“

Plötzlich meldete sich sein Komplize Jii über einen Transmitter, den Kid unter seiner Krawatte trug: „Junge, ist alles okay? Du wolltest dich doch schon längst melden.“ „Ach… Weißt du… Ich hatte einiges zu tun…“ „Lass dich doch nicht so hängen. – Ich mach mir doch Sorgen um dich“ meinte Jii erleichtert, als er Kaito’s Stimme hörte.
„Hängen lassen… Ich glaub das trifft es so in etwa…“ meinte Kid daraufhin mit gepresster Stimme. „Was ist denn mit dir? Ist was passiert?“ „Ich… ähm… hänge wohl etwas fest…“ „Kann ich dir irgendwie helfen?“ fragte sein Komplize besorgt. „Nein, lieber nicht. – Ich will dich da nicht auch noch mit reinziehen. – Ich schaff das schon irgendwie. Ich meld mich dann wieder.“ „Na gut…“
Nachdem der Funkkontakt wieder abgebrochen war, nahm Kid die Arme von den Wänden und fiel somit weiter ins Loch. – Doch er zog dabei blitzschnell ein Seil mit einem Haken aus seinem Jackett und warf diesen zum Loch hoch. – Als er merkte, dass sich der Haken festgekrallt hatte, hielt er sich am Seil fest. – Das war auch keinen Augenblick zu früh, denn er hörte plötzlich von unten ein merkwürdiges Geräusch.
Er kramte seine Taschenlampe hervor und sah voller Schrecken ein Krokodil unter sich. – So flink, wie noch nie, hangelte er sich am Seil hoch. – Schließlich schaffte er es innerhalb von ein paar Sekunden aus dem Loch zu klettern.
„Ich werd noch verrückt! – War das Vieh echt?“ Er musste jetzt erst einmal verschnaufen und setzte sich deshalb (mit genug Abstand) neben diese Fallgrube. „Was, zum Teufel, ist das nur für ein Tollhaus? – Hier ist man ja ständig in Lebensgefahr!“

Nachdem er sich von diesem Schock halbwegs erholt hatte, schwang er das Hakenseil nach oben und erklimmte so die Rutsche, die vorher mal eine Treppe war.
Oben angekommen, meldete er sich wieder bei seinem Komplizen: „Sag mal… In was für einem Irrenhaus bin ich denn hier gelandet?“ „Wie meinst du das?“ „Das ganze Haus ist eine einzige Falle! – Das kann doch nicht wirklich das Haus sein, in dem sich ein Großjuwel befinden soll?“ – Doch der junge Dieb bekam von seinem Gefährten keine Antwort. – „Bist du noch da?“ fragte er nach.
Eine zögerliche Antwort kam von Jii: „Ich glaube… du hast recht…“ „WAS?!“ „Ich habe noch mal nachgesehen… Wir haben wohl die Adressen verwechselt…“ gestand sein Komplize plötzlich. „WIE BITTE???“

Kaito knurrte: „Ich fasse es nicht! Völlig umsonst all diese Gefahren auf mich genommen…“ Er sah die Rutsche hinunter, doch angesichts der Fallen, die er bisher überwinden musste, schien ihm die Aussicht, diese noch einmal zu überstehen, nicht angenehm. „Hier muss es doch einen schnelleren Weg nach draußen geben… Einen ungefährlicheren…“ murmelte er bei sich.
Kid drehte sich um und testete die nächste Tür auf eine Stromfalle. – Keine Reaktion.
*Ein ungefährliches Zimmer?* fragte er sich, indem er sie vorsichtig öffnete.
Mit seiner Lampe leuchtete er den Boden ab, doch von einer Fallgrube war nichts zu sehen.
Indem er sich am Türrahmen festhielt, setzte er vorsichtig eine Zehenspitze ins Zimmer. – Auch da passierte nichts.

Er leuchtete noch etwas im Zimmer umher, bevor er sich endgültig reinwagte. „Ob das das Kinderzimmer ist?“ fragte er sich, als er die Einrichtung begutachtete.
Doch er stolperte trotzdem über irgendwas, das am Boden lag und fiel auf’s Bett. Dann hörte er ein plötzliches Rasseln, woraufhin er instinktiv vom Bett zurückwich. – Gerade rechtzeitig, wie er bald merken musste, denn er spürte noch einen Windzug um seine Nase. – Dann war wieder alles still.
Langsam leuchtete er mit seiner Taschenlampe auf das Bett und war starr vor Schreck. – Ein riesiger Betonklotz, mit Stacheln an der Unterseite, hätte ihn fast auf dem Bett zerquetscht. „Was… Was ist DAS denn?“ schrie er, als er seinen zerdrückten Hut darunter sah.

Wie ein verängstigtes Tier sah er sich im ganzen Raum um.
*Ist das die einzige Falle in diesem Zimmer? Oder gibt es etwa noch mehr?* – Dann sah er etwas, was ihm wieder Hoffnung gab: Ein Fenster!
Vorsichtig schlich er zu diesem Hoffnungsschimmer. – Mit seiner Lampe überprüfte er den Rahmen, anschließend das Glas.
*Keine Falle? – Oder eine sehr gut versteckte?* Er seufzte: „Bist du meine Rettung, oder mein Untergang?“
Kid ließ es auf den Versuch ankommen und öffnete das Fenster. – Nichts passierte.
Mit einem letzten Blick sah er sich noch einmal im Zimmer um und lauschte. – Es passierte wirklich nichts.
Also kletterte er aus dem Fenster, zum Dach hinauf und sprang von diesem runter.

Sein Gleiter öffnete sich und er gewann langsam an Höhe.
Kaito schaute noch einmal kurz nach hinten, um zu murmeln: „Was für ein Reinfall… Auf Nimmerwiedersehen, Haus der Fallen!“


Epilog:
Nach der Klassenreise kam Familie Niwa mit einer Bediensteten wieder.¹
Daiki war sehr darüber erstaunt, dass die Tür nur angelehnt war. „Emiko… Du hattest doch abgeschlossen, oder?“ Diese antwortete misstrauisch: „Ja.“
„Was habt ihr denn?“ wollte Daisuke wissen, der als letzter ankam. „Die Tür ist auf“ antwortete Kosuke darauf.
Langsam zog der Großvater die Tür weiter auf. – Erstaunt fragte er seine Tochter: „Sag mal… Hast du etwa vergessen gehabt, die Fallen abzustellen?“ Emiko erbleichte etwas: „Könnte sein…“
Indem Daiki auf die offene Fallgrube starrte, meinte er: „Das dachte ich mir fast…“

Nachdem Daisuke alle Fallen überwunden hatte, stellte er sie ab, sodass seine restliche Familie nun auch das Haus betreten konnte.
„Wer immer das auch war… Er scheint nichts geklaut zu haben…“ stellte Emiko fest. „Ja, aber dafür hat er was zurückgelassen“ meinte Kosuke, indem er auf die beiden >Fundsachen< zeigte.
„Wahrscheinlich hat er es mit der Angst bekommen und ist geflüchtet. – Er wird bestimmt nicht noch einmal hierher kommen“ mutmaßte Daisuke. „Hoffentlich hast du Recht…“ meinte seine Mutter daraufhin mit einem


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